Katy Bit

Pornos zu drehen ist ja nicht jederfrau Hobbies. Lest warum ich anfing Pornos zu drehen, Cum different gegründet habe und wie es weiter geht.

Katy Bit

2008: Die Entdeckung des Pornfilmfestivals Berlin

Es dauerte nochmal acht Jahre, bis ich durch das Pornfilmfestival Berlin erneut auf feministische Filme aufmerksam wurde. Ich lernte Petra Joys Filme kennen, traf Erika Lust in Barcelona und schaute gespannt auf das queere Treiben von Courtney Trouble. Es hatte sich was bewegt.
Ich drehte deshalb 2009 einen Dokumentarfilm über vier Pornografinnen, die durch eine eigene Darstellung von Sex versuchten, das Genre zu revolutionieren.

Die Reflexion und der Austausch über Pornografie sind gesellschaftlich nicht etabliert, aber ich sehnte mich nach genau diesem Austausch. Ich wurde ‘Pornobotschafterin’, indem ich kurze Vorträge über feministische Pornos hielt und gemeinsam in kleinen Gruppen Pornos zeigte und darüber diskutierte.

Erste eigene Gehversuche

Seit 2010 begann ich im Freundeskreis kurze Pornofilme zu drehen. Ich wollte wissen, wie es wirklich ist, Sex zu filmen. Auf was muss man achten, wo wird’s problematisch? Es war gar nicht so einfach und es warf auch immer wieder moralische Fragen auf. Viele Frauen verurteilten meine Entscheidung, Pornos zu drehen, weil Sie dachten, ich drehe klassische männliche „Wichsvorlagen“.
Aber die Filme waren eher Kunst und hatten nichts mit klassischer Pornographie zu tun. Es entstanden Schwarzlichtpornos, dokumentarische Undergroundpornos oder Erotikfilme. Ich begann ebenfalls, sehr spontan zu drehen: In einem belgischen Gemeindehaus oder in einer Karaoke Bar in Berlin. Artporn war definitiv ein interessantes Feld, aber auch eher ein etwas abseitiges Hobby. Meine kurzenArtpornos und das kleine feministische Pornoangebot weltweit befriedeten meinen Hunger nach geilen oder anspruchsvollen Filmen nicht umfassend. Auch wenn sich immer mehr Frauen auf der ganzen Welt trauen, Porno zu produzieren, ist es mir noch lange nicht genug und noch lange nicht alles erreicht.

Deshalb beschloss ich, während meiner Master Thesis über feministische Pornografie weiter zu gehen und mit mehr Aufwand einen Porno zu drehen. Ich wollte den „Games of Thrones-Porno “, das heißt tolles Licht, tolle Story und schöne Sexszenen.
Inspiriert von Erika Lusts ersten Pornos sowie den Erotikfilmen von Sergej Moya oder Xavier Dolan entwickelte ich mit Freunden und Darstellern den Kurzfilm Last Call. Last Call ist ein erotischer queerer Trip in die Unterwelt weiblicher Phantasien. Hier erprobten ich und mein tolles Team nur einige Facetten eines feministischen Filmes. Wir brainstormten über Monate und bezogen die Darsteller*innen mit ein. Die Möglichkeiten, Sexualität kreativ und erotisch umzusetzen, sind vielfältig und müssen weiterentwickelt werden. Meine Filme und Projekte sollen aber auch anregen, über das eigene Sexualleben nachzudenken. Sie unterscheiden sich stark von traditionellen „Wichsvorlagen“ und sollen auch ein aufklärerisches Element haben. Man kann von Pornofilmen lernen, wenn sie realistischer inszeniert sind.

 

Filmografie

Produktionen & Kunstprojekte

  • 2011 Frauen machens anders, Dokumentarfilm, Bachelorabschlussfilm
  • 2011 Extrema, Experimentalfilm, Produktion, Schnitt
  • 2012 Mainzer Museumsnacht, Videoinstallation
  • 2012 Technics, Kurzdoku, Produktion
  • 2014 Energy, Experimentalfilm, Produktion, Schnitt
  • 2014 Powerwaffel
  • 2015 Last Call, Kurzfilm, Regie, Produktion
  • 2017 L-UV-E
Kamera

und Support

  • 2012 Gezeichnet, Kunstfilm, Kamera und Schnitt
  • 2013 Playdate, Kurzfilm, Script, Regieassistenz
  • 2014 Neurosex Pornoia 1 , Kamera, Licht
  • 2015 Neurosex Pornoia 2 , Kamera, Licht
  • 2015 Enactone, 3rd Kamera
  • 2015 Party Favors, Kamera
  • 2015 Skip the Wedding, Kamera
  • 2016 Neurosex Pornoia 3 , Kamera, Licht
  • 2017 Pärchentausch, 2nd Kamera
  • 2018 Changeling 2, Kamera
  • 2018 This Performance was not in the Programme, Idee,Performer, Schnitt